Arthrotische Gelenkbeschwerden <small>(Arthralgie)</small>

Arthrotische Ge­lenk­be­schwer­den (Arthralgie)

Typische Nebenwirkung einer Antihormontherapie: Gelenkbeschwerden - natürlich lindern

Symptome

Schmerzen in den Gelenken (Arthralgien) sind häufige Symptome, die als Begleiterscheinung einer Krebstherapie, z. B. einer Antihormontherapie auftreten können. Eine solche Therapie wird z. B. bei Brustkrebs oder auch Prostatakrebs durchgeführt.

Je nach Krankheitsstadium äußern sich die Schmerzen zunächst nur bei Belastung des Gelenks oder morgens nach dem Aufstehen als vorübergehender Anlaufschmerz. Bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung kommt es zu stetigem Belastungsschmerz oder sogar Ruheschmerz, der zu spürbaren Einschränkungen des Bewegungsapparates führt.

Am häufigsten betroffen sind Gelenke, die besonders hohen Belastungen ausgesetzt sind. Hierzu gehören Knie-, Hüft-, Hand- und Fußgelenk.

Häufigkeit & Ursache

Wann treten Gelenkbeschwerden auf?

Die am häufigsten auftretende Gelenkerkrankung ist die Arthrose, die sich von einer Gelenkentzündung (Arthritis) durch das fehlende Entzündungsgeschehen unterscheidet. Arthrose ist in der Regel eine altersbedingte Erkrankung, die aufgrund von Abnutzungsvorgängen oder veränderten Stoffwechselprozessen stattfindet.

Die Entwicklung einer Arthralgie kann aber auch als unerwünschte Begleiterscheinung einer Krebstherapie auftreten. Strahlen- , Chemo- oder Antihormontherapien können die Beschwerden verursachen, wobei ein häufigeres Auftreten bei den meist in Tablettenform verabreichten Antihormontherapien festzustellen ist. Mit einer Antihormontherapie werden Patienten quasi „künstlich in die Wechseljahre versetzt“. Deshalb entsprechen viele Nebenwirkungen dieser Therapien einer typischen Wechseljahr-Symptomatik und man spricht auch von arthrotischen Gelenkbeschwerden.

Infobox 1

Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Arthralgie oder Arthritis unter ausgewählten Medikamenten:

Medikament Wahrscheinlichkeit
Tamoxifen 30 %1
Anastrozol 36 %1
Letrozol 38 %1

Wie entstehen arthrotische Gelenkbeschwerden?

Die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron begünstigen das Wachstum einiger Tumorarten wie z. B. Brustkrebs und Prostatakrebs. Behandlungsziel ist es daher, die Bildung der körpereigenen Geschlechtshormone zu unterbinden. Dies geschieht durch eine sogenannte Antihormontherapie. Typische Medikamente sind z. B. Tamoxifen oder Aromatasehemmer wie Letrozol oder Anastrozol.

Die Antihormontherapie, aber auch gängige Chemo- und Strahlentherapien beeinflussen die Bildung der Schleimhautzellen negativ, d. h die Gelenkschleimhaut wird geschädigt, sie trocknet sukzessive aus und ihre Funktion als „Gelenkschmiermittel“ geht verloren. Als weitere Folge verschleißt der Gelenkknorpel – belastungsabhängige Schmerzen treten auf. Durch mechanische Beanspruchung der nun ungeschützten Knochenmasse kommt es zu einem Aneinanderreiben der Knochensubstanz, was zu einer dauerhaften Schmerzbildung führt.

Quellen

1: Jeweilige Fachinformation der Wirkstoffe

Schulmedizinische Methoden

Allgemeine Prinzipien:1

Gewichtsabnahme bei Übergewicht und Bewegung stellen zentrale Bestandteile der nicht medikamentösen Arthrosetherapie dar.

Sportliche Betätigung, moderates Training, idealerweise täglich 30 bis 40 Minuten, mindestens zweimal pro Woche. Geeignete Sportarten: Schwimmen, Gehen (Nordic Walking), Skilanglauf, Jogging, Aerobic und Radfahren. Weniger geeignet sind Sportarten mit abrupten Tempo- oder Richtungswechsel wie z. B. Fußball, Tennis, Squash.

Medikamentöse Therapie:1

Je nach Krankheitsausprägung und Verlauf: Paracetamol, Capsaicin als Salbe oder Pflaster; nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie z. B. Diclofenac als Salbe oder Tabletten.

Cox-2-Hemmer (z. B. Etoricoxib), Chondroitinsulfat, Glukosaminsulfat oder Diacerrhein.

Injektion von Hyaluronsäure oder Kortison. Tramadol und Opioide zur Schmerztherapie.

Quellen

1: Jordan KM, et al.: EULAR Recommendations 2003: an evidence based approach to the management of knee osteoarthritis: Report of a Task Force of the Standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutic Trials (ESCISIT). Ann Rheum Dis 2003; 62: 1145–55.)

Alltagstipps

Wie kann ich Gelenkbeschwerden vorbeugen?

Achten Sie auf Risikofaktoren wie starkes Übergewicht, Verletzungen des Bewegungsapparates oder dauerhafte schwere Belastungen des Körpers durch Sport oder körperliche Arbeit.

Versuchen Sie durch einen entsprechenden Lebenswandel diese Faktoren positiv zu beeinflussen.

Ferner empfehlen die Onkologen:

  • Regelmäßiger Ausdauersport wie Radfahren oder Walken und warm-kalte Wechselduschen können hilfreich sein
  • Genießen Sie Kaffee und Alkohol nur in Maßen
  • Ernähren Sie sich leicht und ausgewogen
  • Trinken Sie viel Salbeitee – die pflanzlichen Wirkstoffe des Salbeis wirken direkt auf die Schweißzellen
Welche komplementärmedizinische Möglichkeiten gibt es zur Therapie der Gelenkbeschwerden?
  • Individuell angepasste körperliche Aktivität
  • Gewichtsoptimierung
  • Gesunde Ernährung
  • Akupunktur (unter gewissen Voraussetzungen wird diese Leistung von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Fragen Sie Ihre Krankenkasse.)

Hilfe aus der Natur

Welche natürlichen Möglichkeiten gibt es zur Vorbeugung?

Enzymtherapie bei Brust- und Prostatakrebs

Die aktuelle Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) empfiehlt die komplementärmedizinische Anwendung von standardisierten Selen-Enzym-Linsenextrakt-Gemischen bei Brustpatienten, die sich einer Antihormontherapie unterziehen.

Weitere Untersuchungen belegen zusätzlich den Nutzen einer solchen Kombination bei Brust- und Prostata-Patienten, die sich einer adjuvanten Chemo- (CT), Strahlen- (ST) oder Antihormontherapie unterziehen.

Die Wirksamkeit bei arthrotischen Gelenkbeschwerden wird einem in Linsen enthaltenen Eiweiß (Lektin) zugeschrieben. Es soll die Zellen der Gelenkschleimhaut zur Bildung eines Schutzfilms aktivieren, der sich über die Gelenkschleimhaut legt.

Zusätzlich soll das in der Kombination enthaltene Selen durch seine starken antioxidativen Eigenschaft als sogenannter Radikalfänger fungieren: Freie Radikale, eine Gruppe von Molekülen, die die Oxidation verschiedener Stoffe im Körper bewirken und so auch den Entzündungsprozess im Gelenk fördern, werden dadurch neutralisiert und unschädlich gemacht.

Der Enzymkomplex wirkt im Gelenk entzündungshemmend und vermindert Schwellungen.

Die bisher veröffentlichten Untersuchungsdaten legen den Schluss nahe, dass die Einnahme von Selen-Enzym-Linsenextrakt-Gemischen Nebenwirkungen vieler Krebstherapien reduzieren und die Verträglichkeit von Chemo-, Strahlen- und Hormontherapien verbessern kann.

 

Selen-Enzym-Linsenextrakt-Gemisch

Linsenextrakt

Linsen, vor allem Linsenextrakt, sind reich an Mineralstoffen wie zum Beispiel Selen, Vitaminen und essentiellen Aminosäuren. Die bisher veröffentlichten Un­ter­su­chungsdaten legen den Schluss nahe, dass die Einnahme von Selen-Enzym-Linsenextrakt-Gemischen Nebenwirkungen vieler Krebstherapien reduzieren können.
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