Mundsoor <small>Orale Candidose</small>

Orale Candidose – Mundsoor

Orale Candidose – Mundsoor

Symptome

Eine orale Candidose oder Mundsoor ist eine Infektion der Mundschleimhaut mit einem Hefepilz, meist Candida albicans.

Charakteristische Zeichen einer Candidose sind weißliche, abwischbare Beläge auf der Schleimhaut. Unter den Belägen ist die Schleimhaut gerötet und beginnt leicht zu bluten. Der Befall mit den Hefepilzen ist meist nicht schmerzhaft, führt jedoch häufig zu Missempfindungen. Oft tritt ein pelziges Gefühl oder Brennen auf und die Geschmacksempfindung ist gestört, die Lebensqualität ist häufig eingeschränkt. Im Extremfall kann die orale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme beeinträchtigt und das Schlucken und Sprechen erschwert sein.

Besonders bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem besteht die Gefahr, dass sich die Pilzinfektion in die Speiseröhre oder im Körper ausbreitet und es – im schwersten Fall – zu einer lebensbedrohlichen invasiven Infektion kommt. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig, um eine schwerwiegende Erkrankung zu verhindern.

Die Diagnose wird anhand der typischen Schleimhautveränderungen gestellt. Bei Bedarf kann ein Abstrich des Schleimhaut-Belags mit einem sterilen Wattetupfer genommen und im Labor untersucht werden.

Bei besonders gefährdeten Menschen, wie im Falle einer Krebstherapie, können Sie eine Infektion frühzeitig erkennen, wenn der Mund regelmäßig untersucht wird. Sie können auch selbst Ihre Mundhöhle mit Hilfe eines Spiegels regelmäßig auf Veränderungen wie weiße Beläge oder entzündete Stellen untersuchen.

 
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Häufigkeit & Ursache

Bei den meisten gesunden Menschen finden sich einige Candidapilze auf den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raumes sowie des Magen-Darm-Traktes, ohne dass sie zu einer Erkrankung führen. Ein normales Immunsystem verhindert eine zu starke Ausbreitung der Pilze. Bei Störungen des Immunsystems, Erkrankungen wie Diabetes mellitus, HIV, aber auch bei bestimmten Medikamenten, Krebstherapien (Chemotherapie und Bestrahlung) oder Behandlungen mit Antibiotika, kann das Gleichgewicht des normalen Erregerspektrums der Mundschleimhaut gestört werden und ein überschießendes Wachstum von Hefepilzen erfolgen.

Ohne eine prophylaktische antimykotische Therapie liegt die Häufigkeit der oropharyngealen Candidose bei krebskranken bzw. allogen transplantierten Patienten bei 25 - 35%.

 
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Schulmedizinische Methoden

Eine orale Candidose kann mit Antimykotika behandelt werden. Das sind Arzneimittel, die das Pilzwachstum hemmen oder diese abtöten. Es sind Mittel verfügbar, die nur örtlich (lokal) verwendet werden, und Medikamente, die im ganzen Körper (systemisch) wirksam sind.
Zu den in der Leitlinie genannten Arzneimitteln zählen Amphotericin B – Susp. p.o., Nystatin-Susp. p.o., Fluconazol, Itraconazol Lösung und Posaconazol.

Eine weitere Möglichkeit stellt das Gurgeln oder die Mundspülung mit Hexoral® dar. Der enthaltene Wirkstoff Chlorhexidin dient zur Desinfektion des Mund- und Rachenraums und soll ein breites Wirkspektrum auch gegen Hefepilze abdecken.

Quellen

Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft; Orale Candidose ICD-10-Ziffer: B 37.0 Leitlinie Orale Candidose Deutsche Mykolog Gesellschaft 2007

 
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Alltagstipps

Wie kann ich Mundsoor vorbeugen?

Zur Vorbeugung einer oralen Candidose sollten Sie eine regelmäßige Mundhygiene durchführen.

Prüfen Sie den Sitz Ihres Zahnersatzes und reinigen Sie diesen regelmäßig.

Achten Sie auf regelmäßiges Befeuchten der Mundschleimhaut bei Mundtrockenheit und vermindertem Speichelfluss.
Sollte doch eine Infektion auftreten, ist es wichtig, diese frühzeitig zu erkennen. Daher sollte die Mundschleimhaut regelmäßig untersucht werden. Sie können auch selbst Ihre Mundhöhle mit Hilfe eines Spiegels regelmäßig auf Veränderungen wie weiße Beläge oder entzündete Stellen untersuchen.

Während einer Krebsbehandlung kann es helfen, vorbeugend Antimykotika einzunehmen. Antimykotika sind Arzneimittel, die das Wachstum von Pilzen hemmen oder diese abtöten.

In einer Studie wurde gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von probiotischem Käse bei älteren Menschen einen positiven Einfluss auf Speichelfluss und die Anzahl von Hefekeimen hatte.

Falls bei Ihnen eine orale Candidose diagnostiziert wurde, ist eine entsprechende Mundpflege erforderlich. Wechseln Sie Ihre Zahnbürste und die weiteren verwendeten Mund- bzw. Zahnpflege-artikel. Zur Reinigung des Zahnersatzes verwenden Sie desinfizierende und gegen Pilze wirkende Substanzen. Kontrollieren Sie die Oberfläche Ihrer Zahnprothese und achten Sie darauf, dass diese gut sitzt. Putzen Sie nach jeder Mahlzeit Ihre Zähne mit einer weichen Zahnbürste und spülen Sie Ihren Mund regelmäßig aus. Die verwendete Mundspüllösung sollte als angenehm empfunden werden und nicht zu Ekelgefühl führen.

Bei Schmerzen sollten eventuell verordnete Schmerzmittel kurz vor dem Essen eingenommen werden. Vermeiden Sie scharfe oder stark gewürzte Speisen. Auch reizen weiche oder pürierte Speisen die Schleimhaut weniger als Lebensmittel, die lange gekaut werden müssen.

Hilfe aus der Natur

Welche natürlichen Möglichkeiten gibt es zur Vorbeugung und Linderung?

Myrrhe

Myrrhe kann in Form von Myrrhe-Tinktur als Pinselung oder als Mundspüllösung gegen Mundsoor verwendet werden. Myrrhe enthält vielfältige ätherische Öle, darunter verschiedene Sesquiterpene die u.a. desinfizierend auf die Mundschleimhaut wirken.

Curcumin

Antibiotika, Chemo- oder Strahlentherapie, schlecht sitzende Zahnprothesen, mangelnde Mundhygiene, eine geschwächte Immunabwehr durch Tumorerkrankungen oder Diabetes können „die guten Bakterien“ zerstören und Candida Pilz kann sich im Körper und Mundhöhle ungestört vermehren. Zur Linderung der Symptome werden auch natürliche Pflanzenwirkstoffe intensiv untersucht. Einer davon ist Curcumin.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Curcumin gegen Pilzbefall über zwei unterschiedliche Ansätze wirkt. Zum einen hemmt Curcumin die Vermehrung der Pilzzellen, die Hauptwirkung besteht darin, dass Curcumin die Anbindung von Pilzkeimen an Körperzellen verhindern kann.

Quellen

Alalwan H. et al. The Anti-Adhesive Effect of Curcumin on Candida albicans Biofilms on Denture Materials, .Front Microbiol. 2017 Apr 20;8:659

C. V. B. Martins et al. Curcumin as a promising antifungal of clinical interest, Journal of Antimicrobial Chemotherapy (2009) 63, 337–339

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