Vitamin-D-Mangel <small>Vitamin-D-Mangel</small>

Vitamin-D-Mangel

Häufig bei Krebspatienten: niedrige Vitamin D Blutspiegel - natürlich regulieren

Symptome

Vitamin D ist ein lebensnotwendiges Vitamin, das im menschlichen Körper produziert wird und für den Aufbau der Knochen und Teile des Nervensystems benötigt wird.

Vitamin D wird aus unterschiedlichen Gründen in der Krebsmedizin eingesetzt:

  • als Ersatz bei Vitamin-D-Mangelzuständen, die durch Krebs oder die medikamentöse Krebstherapie bedingt sind
  • zur Verhinderung einer tumortherapiebedingten Osteoporose (Knochenschwund)
  • als Begleitgabe zur Verbesserung der Wirksamkeit einer Krebstherapie mit Antikörpern (z. B. Rituximab)
  • zur Vorbeugung verschiedener Krebsarten, insbesondere Darmkrebs

Ein Vitamin-D-Mangel liegt vor, wenn der Normwert unterschritten wird. Der Normwert liegt bei 10-70 Mikrogramm pro Liter Blut.

Vitamin D wird in der Wirkstärke I.E. (internationale Einheiten) ausgewiesen. 1000 I.E. entsprechen 25 Mikrogramm Vitamin D.

Häufigkeit & Ursache

Wann tritt ein durch Chemotherapie verursachter Vitamin-D-Mangel auf?

Bei fast allen modernen Krebsmedikamenten in Form von Tabletten oder Kapseln wird den Patienten Sonnenschutz empfohlen, um möglichen Nebenwirkungen vorzubeugen. Dies bedeutet, dass der Aufenthalt im Freien gemieden oder durch entsprechende Kleidung Lichteinfluss verhindert wird. Dieser Mangel an Licht führt dazu, dass zu wenig körpereigenes Vitamin D gebildet werden kann und es zu Mangelzuständen kommt.

Bei Brust- und Prostatakrebs wird im Zuge einer Anti-Hormontherapie das Knochenwachstum behindert, weil die für Wachstum und Aufbau des Knochens verantwortlichen Zellen beeinträchtigt werden.

Die Folgen eines Vitamin-D-Mangels äußern sich vor allem am Skelettsystem in Form von Osteoporose (Knochenschwund) sowie Gelenk- oder Muskelbeschwerden unterschiedlicher Intensität.

Ein Vitamin-D-Mangel liegt vor, wenn der Normwert unterschritten wird. Der Normwert liegt bei 10–70 Mikrogramm pro Liter Blut.

Wie entsteht Tumortherapie bedingter Vitamin-D-Mangel?

Vitamin D wird durch UV Bestrahlung bei Sonneneinstrahlung oder Tageslicht in der Haut gebildet oder über die Nahrung aufgenommen und in Muskeln sowie Fettgewebe gespeichert. Es wird dann in Leber und Nieren in seine aktive Form, das Calcitriol, umgewandelt.

Die Hauptaufgabe von Vitamin D ist die Regulierung des Calciumhaushaltes im menschlichen Körper. Es unterstützt den Einbau von Calcium in die Knochen und sorgt für deren Stabilität.

Darüber hinaus ist Vitamin D wichtig für die Funktion des Immunsystems, es unterstützt die Aufnahme von Calium und Phosphat im Darm und verbessert die Fähigkeit der Muskelfasern, sich zusammenzuziehen.

Vitamin-D-Mangel ist bei Patienten mit Tumorerkrankungen eher höher verbreitet als in der allgemeinen Bevölkerung. Untersuchungen zeigen, dass je nach Tumorart ein Vitamin-D-Mangel bei bis zu mehr als 90 % der Patienten nachgewiesen wurde.1

Quellen

1: Gupta, Vashi et al. 2011

Schulmedizinische Methoden

Vitamin D zur Optimierung einer Antikörper Therapie (z. B. mit Rituximab)

In einer klinischen Studie wurde eine Krebstherapie mit dem Antikörper Rituximab an Patienten untersucht, die an einer spezifischen Form an Blutkrebs (Diffuses großes B-Zell Lymphom) erkrankt waren. Hierbei haben die Untersucher festgestellt, dass Patienten mit Vitamin-D-Mangel deutlich weniger von der Therapie profitiert haben als Patienten mit normalem Vitamin-D-Blutspiegel. Nachdem der Vitamin-D-Mangel behoben wurde, haben die Patienten deutlich besser auf die Therapie mit dem Antikörper Rituximab angesprochen. Es wird diskutiert, ob ausreichend hohe Vitamin-D-Spiegel auch positive Auswirkungen auf andere Antikörper-Therapien im Bereich Brustkrebs (Trastuzumab) und Darmkrebs (Cetuximab) haben könnten.1

Deshalb wird in der klinischen Praxis unter ärztlicher Aufsicht hoch dosiertes Vitamin D verabreicht, um den Vitamin-D-Mangel vor Beginn einer Therapie mit einem Antikörper zügig zu beseitigen. Über einen längeren Zeitraum eingenommene Vitamin-D-Gaben von über 800 I.E. am Tag sollten von einem Arzt überwacht werden.

Vorbeugung einer Osteoporose (Knochenschwund)

Zur Vorbeugung einer tumortherapiebedingten Osteoporose wird die Kombination aus Calcium und Vitamin D empfohlen:

Die tägliche Gabe sollte bei 800 bis 1.000 Einheiten Vitamin D3 liegen. Für die Knochengesundheit wird eine Mindestgrenze von 20 Mikrogramm pro Liter Blut genannt.

Die tägliche Calciummenge sollte bei 1.000 mg bis maximal 1.500 mg liegen.

Therapie der tumortherapiebedingten Osteoprose

Zur Therapie werden verschiedene Medikamente aus der Klasse der Bisphosphonate als Tabletten oder als Infusion angewendet. Alternativ steht eine Antikörpertherapie mit Denosumab zur Verfügung, das infundiert wird.

Quellen

1: Bittenbring et al. J Clin Oncol 32:3242-3248

Alltagstipps

Erfahrungen mit Vitamin D zur Vorbeugung von Dickdarmkrebs

Optimale Vitamin-D-Blutspiegel können die Wahrscheinlichkeit, an Dickdarmkrebs zu erkranken, statistisch eindeutig reduzieren. In einer Untersuchung mehrerer Studien, die im Zeitraum von 2000 bis 2009 veröffentlicht worden sind, konnte der Schluss gezogen werden, dass Menschen mit normalen Vitamin-D-Blutspiegeln weniger oft an Dickdarmkrebs erkrankten, als Menschen, die einen Mangel an Vitamin D aufwiesen.1

Für andere Krebsarten wie Prostata- oder Brustkrebs gibt es noch keine ausreichenden Daten, die eine Vorbeugende Wirkung von Vitamin D belegen könnten.

Wie kann ich einem tumortherapiebedingten Vitamin-D-Mangel vorbeugen?

Vitamin D wird unter Lichteinfluss im Körper produziert und zusätzlich über die Nahrung aufgenommen. Deshalb sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Bewegen Sie sich viel in der freien Natur (Sonnenlicht!), Spazierengehen, Wandern etc.
  • Achten Sie auf eine vitaminreiche Ernährung. Vitamin D ist enthalten in pflanzlichen Produkten wie Avocados und Pilzen (z. B. Champignons) und in tierischen Produkten wie Seefisch (z. B. Scholle, Makrele, Hering), Lebertran, Ei und Milchprodukten.
  • Bei Osteoporosegefahr sollten Sie zusätzlich auf phosphatarme Ernährung achten und nicht rauchen. Phosphathaltige Lebensmittel sind Cola und Limonadengetränke, Wurst und Schmelzkäse
Welche komplementärmedizinische Möglichkeiten gibt es zur Vorbeugung?

Vitamin D wird unter Lichteinfluss im Körper produziert und zusätzlich über die Nahrung aufgenommen. Deshalb sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Bewegen Sie sich viel in der freien Natur (Sonnenlicht!), Spazierengehen, Wandern etc.
  • Achten Sie auf eine vitaminreiche Ernährung. Vitamin D ist enthalten in pflanzlichen Produkten wie Avocados und Pilzen (z. B. Champignons) und in tierischen Produkten wie Seefisch (z. B. Scholle, Makrele, Hering), Lebertran, Ei und Milchprodukten.
Quellen

1: Zeeb H, Greinert R: Bedeutung von Vitamin D in der Krebsprävention. Dtsch. Aerztebl. 107; 638-643, 2010

Hilfe aus der Natur

Welche Möglichkeiten gibt es zur Beseitigung des Vitamin-D-Mangels?

Vitamin D gibt es in seiner aktiven Form Vitamin D3 als Tabletten oder als Lösung. Besonders praktisch sind Vitamin-D3-Tropfen, die sich besonders gut dosieren lassen. Zur Vorbeugung eines Vitamin-D-Mangels empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 800 I.E. pro Tag, zum Ausgleich eines akuten Vitamin-D-Mangels sind die Dosen um ein Vielfaches höher und sollten mit Ihrem Arzt besprochen werden. Eine Überdosierung mit Vitamin D3 ist nicht zu befürchten, da die für den Körper überschüssige Menge ausgeschieden wird.

Anzeige

 

Vitamin D3

Vitamin D3

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich ein Vitamin-D-Mangel negativ auf bestehende Krebserkrankungen auswirken kann. Bei einem Mangel kann es durch Nahrungsergänzung extern zugeführt werden.
Mehr lesen