Hilfe aus der Natur

Naturstoffe mit lindernder Wirkung

Auf dieser Seite finden Sie eine Liste natürlicher Wirkstoffe, die die Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung lindern können. Zu jedem Wirkstoff erhalten Sie eine kurze Beschreibung und Links zu den Symptomen, bei denen die Naturstoffe zur Linderung eingesetzt werden. Diese Angaben sind wissenschaftlich oder erfahrungsmedizinisch belegt. Unter der Rubrik „Literatur“ finden Sie entsprechende Quellenangaben und weiterführende Informationen.

Carnitin

Carnitin wird im menschlichen Körper aus den Aminosäuren Lysin und Methionin selbst gebildet und spielt durch den Transport von Fettsäuren eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel. Neben der körpereigenen Produktion wird Carnitin hauptsächlich über den Verzehr von Fleisch aufgenommen. In der Regel ist der natürlich vorhandene Carnitin-Spiegel vollkommen ausreichend. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es bei Krebspatienten mit einer Mangelernährung oder auch während einer Chemotherapie zu einem Carnitinmangel kommen kann. Unter bestimmten Vorausetzungen kann die zusätzliche Gabe von Carnitin die Gewichtsabnahme verringern und die Überlebenszeit signifikant verlängern.

Findet Anwendung bei:Fatigue, Polyneuropathie

Coenzym Q10

Q-10 ist ein körpereigener Stoff, der sowohl vom Körper selbst produziert als auch über die Nahrung aufgenommen wird. Das Coenzym Q-10 ist vor allem an der Energiegewinnung in den Körperzellen beteiligt, dient jedoch auch als wichtiges Antioxidans beim Abbau schädlicher "Freier Radikaler". Vor allem Organe mit einem hohen Energiebedarf weisen auch entsprechend hohe Q-10-Konzentrationen auf. Untersuchungen haben belegt, dass das Coenzym Q-10 bei einer Chemotherapie eine schützende Wirkung auf die Herzmuskelzellen entfalten kann.

Findet Anwendung bei:Fatigue

Ginseng

Ginseng ist eine schon seit Jahrtausenden bekannte Heilpflanze, die aus Asien stammt und in kultivierter Form auch zum Beispiel in Amerika vorkommt. Wirkstofflieferant ist die Wurzel der Pflanze, der Wirkstoffgehalt des Rofstoffs ist im Europäischen Arzneibuch geregelt. Medizinische Studien belegen, dass Ginseng die körpereigene Abwehr bei Stress und Krankheit stärkt und das körperliche Leistungsvermögen bei Müdigkeit, Schwäche- und Erschöpfungszuständen verbessern kann. Zusätzlich kann Ginseng stimmungsaufhellend wirken und durch eine Stärkung des Immunsystems stressbedingten Infektionskrankheiten vorbeugen. So weisen wietere Untersuchungen darauf hin, dass Ginseng gegen tumorassoziierte Fatigue wirkungsvoll sein kann.

Findet Anwendung bei:Fatigue

Guarana

Aus den Samen der in Südamerika beheimateten Guarana Pflanze wird ein koffeinhaltiger Extrakt erzeugt, der sowohl fiebersekend wirken als auch das Durchhaltevermögen bei körperlicher Schwäche steigern kann. Untersuchungen bei Brustkrebspatientinnen haben gezeigt, dass Guarana-Extrakt die Fatigue-Beschwerden deutlich verringern kann.

Findet Anwendung bei:Fatigue

Hanföl

Hanföl wird aus den (kalt gepressten) Samen des Nutzhanfs gewonnen und darf nicht mit dem destillierten ätherischen Hanföl verwechselt werden. Es stellt gewissermaßen ein Nebenprodukt des industriellen Hanfanbaus zur Fasergewinnung dar. Dennoch ist die Erzeugung von Hanföl wegen der harten Schale der Hanfsamen sehr aufwendig. Hanföl ist sehr reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Linolsäure und der recht seltenen Omega-6-Fettsäure, die unter anderem entzündungshemmend wirken und in der Medizin vor allem im Bereich der Dermatologie Verwendung finden.

Findet Anwendung bei:Mukositis/Stomatitis, Hand-Fuß Syndrom, Polyneuropathie

Harnstoff

Harnstoff ist eine körpereigene organische Verbindung, die jedoch auch im industriellen Maßstab hergestellt und einer enorm vielfältigen Verwendung zugeführt wird. In der Medizin wird Harnstoff vor allem als hornlösender Wirkstoff verwendet. Je nach Konzentration kommt Harstoff als Nagellöser bei Pilzerkrankungen oder als Feuchtigkeitsspender bei atopischen Ekzemen oder Lichterkrankungen zum Einsatz. Auch in Wund- und Heilsalben findet Harstoff in geringer Konzentration Verwendung. Die S3-Leitlinie empfiehlt zur Vorbeugung eines Hand-Fuß-Syndroms eine 10%ige Harnstoffcreme.

Findet Anwendung bei:Hand-Fuß Syndrom

Ingwer

Der von der Ingwer-Pflanze verwendete Bestandteil ist der unterirdische Wurzelstock, das sogenannte Rhizom. Es enthält verschiedene Wirkstoffe, die in ihrer Gesamtheit verschiedene Wirkungen haben können. Dazu zählen unter anderem antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen sowie eine Förderung der Verdauung durch Anregung der Speichel-, Magensaft- und Gallenbildung. Besonders herausstechend ist die antiemetische Wirkung, also die Unterdrückung von Übelkeit und Brechreiz unterschiedlichster Ursachen. Der genaue Wirkmechanismus wird in diesem Zusammenhang derzeit noch kontrovers diskutiert, doch vereinzelte Untersuchungen konnten eine signifikante Wirksamkeit sogar gegen Seekrankheit belegen.

Findet Anwendung bei:Chemotherapieinduziert Übelkeit (CINV)

Maca

Maca wird seit etwa 2000 Jahren in den Anden Perus kultiviert und als Nahrungsmittel und Heilpflanze eingesetzt. Die Knollen der Maca-Pflanze sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Mineralien und enthalten Eisen, Zink und Magnesium. Diese Kombination scheint sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit und die psychische Belastbarkeit zu erhöhen als auch die Libido zu stimulieren.

Findet Anwendung bei:Fatigue

Menthol

AckerminzeMenthol ist unter anderem Bestandteil medizinischer Salben und Cremes und wirkt gegen Hautirritationen zum Beispiel durch Insektenstiche, Juckreiz oder leichten Verbrennungen. Beim Auftragen auf die Haut erzeugt Menthol ein kühlendes Gefühl, ohne jedoch die Körpertemperatur tatsächlich zu beeinflussen, da es auch am Kälte-Menthol-Rezeptor (TRPM8) wirkt. Zusätzlich wirk es desinfizierend.
Menthol kommt in natürlicher Form vor allem in der in Japan und China angebauten "Ackerminze" vor. Doch auch andere Pflanzengattungen enthalten Menthole, so zum Beispiel Basilikum, Salbei und Thymian. Auch japanisches Pfefferminzöl und Geraniumöl enthalten Menthole, die sich jedoch in ihren Eigenschaften leicht den denen der Ackerminze unterscheiden.

Findet Anwendung bei:Polyneuropathie

Pfefferminze

Es gibt zahlreiche Arten der Minze, die auch in der freien Natur zufällig untereinander gekreuzt werden. Sie alle enthalten in ihren Blättern das ätherische Pfefferminzöl, dessen wichtigster Inhaltsstoff das Menthol ist. Die seit Ende des 17. Jahrhunderts gezüchtete Pfefferminze unterscheidet sich von anderen Minzen vor allem durch den hohen Menthol- und niedrigen Carvongehalt und den schärferen Geschmack.
Pfefferminze ist ein beliebtes Heilmittel, für die arzneiliche Anwendung ist jedoch die sogenannte Arzneibuchqualität erforderlich (unter anderem mindestens 1,2 Prozent ätherisches Öl). Es gibt verschiedene Zubereitungen von Tee über Salbe bis zu Tabletten, die die unterschiedlichen Wirkungseigenschaften hervorbringen, wie zum Beispiel Verdauungsförderung, Krampflösung, Beruhigung von Haut und Nerven und Schleimlösung. Je nach Zubereitung findet Pfefferminze Anwendung bei Gallenproblemen, Krampfbeschwerden im Magen-Darm-Bereich, Migräne, Kopf- und Nervenschmerzen, bei Erkältungen, Reizdarmsyndrom oder innerer Unruhe.

Findet Anwendung bei:Chemotherapieinduziert Übelkeit (CINV)

Selen-Enzym-Linsenextrakt-Gemisch

Selen ist ein essentielles Spurenelement und spielt als "Radikalenfänger" eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung hochreaktiver Sauerstoffverbindungen, die Zellen schädigen können. Es wird ausschließlich über die Nahrung (pflanzlich und tierisch) zugeführt. Linsen, vor allem Linsenextrakt, sind reich an Mineralstoffen wie zum Beispiel Selen, Vitaminen und essentiellen Aminosäuren. Die bisher veröffentlichten Untersuchungsdaten legen den Schluss nahe, dass die Einnahme von Selen-Enzym-Linsenextrakt-Gemischen Nebenwirkungen vieler Krebstherapien reduzieren und die Verträglichkeit von Chemo-, Strahlen- und Hormontherapien verbessern kann.

Traubenkernextrakt

Traubenkernextrakt hat einen relativ hohen Anteil an sogenannten oligomeren Proanthocyanidinen (OPC) aus der Gruppe der Polyphenole. Den OPC werden neben antioxidativen auch entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben und verstärken als Katalysatoren die Wirkung der Vitamine A, C und E. Zudem scheinen sie ersten Studien zufolge gefäßerweiternd, gefäßstabilisierend und blutdrucksenkend zu wirken und somit auch positiven Einfluss auf kardiovaskuläre Erkrankungen zu haben. Als Tee, kombiniert mit anderen Heilpflanzen, kann Traubenkernextrakt seine entzündungshemmende Wirkung zum Beispiel bei Mukositis/Stomatitis entfalten, im Zusammenspiel mit Hanföl kann er bei verschiedenen Hauterkrankungen eingesetzt werden.

Findet Anwendung bei:Mukositis/Stomatitis, Hand-Fuß Syndrom, Mundtrockenheit

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Vitamin D3

Vitamin D beschreibt eigentlich eine Gruppe von Vitaminen. Gemeinhin wird es jedoch als Synonym für Vitamin D3 verwendet, ein fettlösliches Vitamin, das durch sonneneinstrahlung vom Körper selbst gebildet werden kann und eine wichtige Rolle unter anderem beim Calcium-Haushalt des Körpers spielt. Bei einem Mangel kann es durch Nahrungsergänzung extern zugeführt werden. Folgen eines Vitamin-D-Mangels können unter anderem immunologische oder kardiovaskuläre Erkrankungen sein. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich ein Vitamin-D-Mangel negativ auf bestehende Krebserkrankungen auswirken kann.

Findet Anwendung bei:Vitamin-D-Mangel